Die Geschichte des FIRST MUSTANG CLUB OF GERMANY 1964-73 e.V. 
mit den
FORD Werke AG – Köln.

16 Jahre Dilettantismus pur ohne Aussicht auf Verbesserung

Von Ralf Martin Wurm, Mitglied des Clubs seit 1986, Vorstandsmitglied seit 1987, Präsident des Clubs seit 1991

zusammengefasst im April 2001

FORD, die tun was / 75 Jahre FORD, wir geben einen aus  

Wenn die Angelegenheit nicht so erst wäre, so bräuchte ich bei diesen abgedroschenen Werbeslogans meinen eigenen Schönheitschirurgen, der mir meine ganzen Lachfalten wieder liftet.  

So lasst mich einmal zu Ehren des neuen Millenniums die letzten 15 Jahre „Zusammenarbeit“ mit Ford revue passieren:

1985, als unser Club gegründet wurde, war natürlich der erste Schritt an FORD-Köln heranzutreten, um abzuklären, was möglich ist und was nicht. Wenigstens bekamen wir damals Mustergutachten von FORD-Schweiz, die wir zur Umrüstung unserer Mustangs teilweise nutzen konnten. Ford Seidel in Düsseldorf oder die Schwabengarage bei Heilbronn waren da schon effektiver, vor allem, wenn es um Ersatzteile ging.

Ich selber erhielt damals aus Köln eine Betriebsanleitung für meinen Mustang II. Nichtahnend, was der Aufkleber T5 über dem Mustang-Schriftzug auf der Betriebsanleitung zu bedeuten hatte, wurde dieser erst einmal kurzerhand abgepimmelt.

Mitte 1988 wurde es ruhig um Ford und Anfang 1989 kam dann der Ford-Hammer, den ich bis heute nicht vergessen werde. 1989 wollte wir das 25jährige Jubiläum unseres Mustangs so richtig feiern. Was lag also näher, als einmal bei Ford nachzufragen, ob sie Gelände und Logistik für uns hätten. Gleichzeitig fragten wir an, ob wir denn nicht alle Mustang-Unterlagen, die bei Ford vorhanden sind, ehrenamtlich verwalten können, um diese dann der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auf unser erstes Anliegen bekamen wir damals die Antwort, dass die rund 10.000 Parkplätze bei FORD-Köln den Wochenend-Erholungssuchenden am Fühlinger See zur Verfügung stehen müssten und man daher uns kein Gelände zur Verfügung stellen könne und die Sache mit den Mustang-Unterlagen wäre bei Ford zu viel Arbeit diese herauszusuchen und wenn man sie finden würde, würde man diese eh in den grossen Container schmeissen...

Unser Jubiläumsmeeting hat daraufhin bei Ford-Henschel in Hannover stattgefunden und bis 1993 hatte ich keinen weiteren Kontakt mit Ford.

 

Doch dann, ... ein offizieller Clubbeauftragter von Ford trat an uns heran, Clubprofil, Adressen und weiss Gott was alles hin und her geschickt wurde.

Eine kopierte Liste mit Adressen anderer Ford-Clubs und ein Wimpel mit unserem Clubnamen sind die einzigen Resultate dieser ½ jährigen Aktion.

 

Dann Techno-Classica 1999. FORD DIE TUN ENDLICH WAS, denn  6  Wochen vor der Messe trat eine der Ford-Werbeagenturen auf mich zu, um eine Hintergrundbeteiligung der Ford Werke für diese Messe anzukündigen. Geplant war ein Gemeinschaftstand aller vertretenen Ford-Clubs, wobei die Eigenständigkeit der Clubs erhalten bleiben sollte und Ford sich lediglich um das drum herum, wie Teppichboden, Elektronanschluss, Catering und Zuschuss zur Standgestaltung kümmern würde.

Als sehr extrovertierter Mensch bewaffnete ich mich sogleich mit maßstabgetreuer Standzeichnung und Modellautos, um dann bei der Werbeagentur ein Standkonzept auszuarbeiten, bei dem die Interessen von 8 Clubs berücksichtigt werden mussten.

Trotz anfangs einiger kleiner Probleme ( ein Hallenpfeiler stand da, wo ihn keiner vermutet hat und die Rolltreppe ragte auch etwas tiefer in den Stand hinein als erwartet ) waren doch alle Teilnehmer nach der Techno- Classica davon überzeugt, dass wir alle im Rahmen des, vor allem zeitlich Möglichen die Marke FORD gut repräsentiert hatten und wir waren schon gespannt, was sich Ford für das Jahr 2000, ihrem 75jährigen Jubiläum, ausdenken würde. Wird Ford eine halbe Halle, oder gar eine ganze Halle für diese Jubiläum anmieten, denn schliesslich ist die Techno- Classica die grösste Oldtimer-Show Europas. Doch wie viel ist die Hälfte von nichts ??? Klarer ausgedrückt: Nichts war mit Ford und der Techno-2000.

Das erste Armutszeugnis für dieses Jahr.

 

Alle an der Techno Classica 2000 teilnehmenden FORD-Clubs konnten sich jedoch in Eigenregie mit der SIHA, dem Veranstalter der Techno, auf ein gebündeltes Auftreten der Clubs verständigen. Obwohl der Name nicht richtig ist, trifft er am ehesten diesen Vorgang:
Gemeinschaftsstand der Ford-Clubs, ohne Werksunterstützung. Danke an die SIHA.

 

Sehr beliebt sind ja auch Fragebogen ( siehe beiliegend auch in dieser Clubzeitung ), um seine Partner / die Clubs kennen zu lernen. Doch welchen Sinn haben Fragen über Altersstruktur, Berufe und Schulbildung der Mitglieder. Diese Fragen hatten meinesterachtens nur ein Ziel: Festzustellen, welches Potential in den Clubs an Neukunden für Ford liegt. Ich habe diese Fragen mit einem entsprechenden Vermerk nicht beantwortet und mich dadurch, sagen wir es vornehm, als Kritiker von Ford geoutet. Aber mir ist es schliesslich egal, ob jemand Doktor, Uni-Professor, Schauspieler, Eis- oder Kohlenverkäufer ist, da all dies nicht wiedergibt wie sehr man sich um sein Hobby kümmert und identifiziert. Denn für uns als Club ist die Fahrzeugerhaltung Nummer 1 und sehr oft sind Besitzer eines ausgefallenen Fahrzeuges, die sich jede neue Chromzierleiste absparen müssen mehr mit ihrem Hobby verbunden und repräsentieren dies auch besser als ein Aussenstehender vermuten mag.

Der Fragebogen war Artmutszeugnis Nummer zwei.

 

Dann erhielt ich eine Einladung von der Ford Werbeagentur zu einem Club-Workshop Ende Januar in Kirchheim, 80km südlich von Kassel.

Mercedes lädt seine Clubs ins Werk nach Sindelfingen ein ( im übrigen hat Mercedes eine eigne Oldtimer-Club GmbH gegründet, die sich nur um die Belange der Clubs kümmert ), Audi lädt seine TT-Fahrer nach Ingolstadt ein, um zu klären was mit dem neuen Audi TT passieren soll, damit er sicher wird und FORD ...

Lädt nach Kirchheim in ein Hotel mit Konferenzraum ein. Als ob es in Köln nicht genügend Räume für dieses erste Zusammentreffen gegeben hätte. Dies wäre einmal eine Geste der Akzeptanz gegenüber den Clubs gewesen. Dies habe ich dann auch der Werbeagentur mitgeteilt; sowohl schriftlich, als auch vor Ort zu Anfang dieses Workshops, wodurch ich wohl mein Kritiker-Image untermauerte.

Der Veranstaltungsort war für mich Armutszeugnis Nummer drei

 

Auf der Veranstaltung wurde nun offiziell mitgeteilt, dass Ford im Jahre 2000 nicht an der Techno- Classica teilnehmen würde ...

Doch Ford hatte sich für sein 75jähriges Jubiläum selber etwas ausgedacht:

Sternfahrt von den Ford-Werken Köln aus zum 24 Stunden Rennen auf den Nürburgring Ende Juni.

In Nürburg ca. 4000qm Fläche und das Feuerwehrhaus angemietet.

Rund herum, um 250 Iglu-Zelte ( davon 175 für die Clubs ), die aus der Vogelperspektive die Ford-Pflaume ergeben sollte, werden die Fahrzeuge präsentiert,

Zu jedem der 175 Clubzelten gehört ein Auto mit maximal zwei Personen, denn mit mehr Personen kann man in diesen Zelten eh nicht schlafen, und für nur schlappe DM 250,-- inklusive Ticket zum Rennen, wobei die anderen Clubmitglieder, die verständlicherweise bei 600 registrierten Ford-Clubs nicht alle aufs Areal können, den Security-Service für die ausgestellten Fahrzeuge stellen sollen.

Die ausgestellten Fahrzeuge sollten aber auch noch im Falle des Falles Taxi für die Ford-VIP ( Very Imposante Persönlichkeiten ) spielen. Baujahrsgrenze 1985.

Ford erwartet die Zusage der Clubs innerhalb der nächsten 14 Tage, also bis Mitte Februar !!!

Wie soll das z.B. beim Capri Club Deutschland machbar sein, der weitere 120 !!! Capri Clubs vertritt mit insgesamt 5000 Mitgliedern ??? Wie soll innerhalb von 14 Tagen diesen Potential an Menschen informiert und abgefragt und eine Antwort erwartet werden. Schon ein Brief per Infopost kostet 0,80 DM. Bei 5000 Mitgliedern sind dies DM 4.000,--. Wer trägt die Kosten. Ein leichtes Spiel für Ford ...

 

Da ich selber von dieser Veranstaltung über unseren 2. Präsi seit Anfang Dezember 1999, als das Konzept anlässlich der Ford-Händler-Weihnachtsfeier in Düsseldorf vorgestellt wurde, und direkt über eine weitere Ford Werbeagentur Anfang Januar 2000 erfahren hatte, konnte ich diesen Schwall von Unzulänglichkeiten und Unverschämtheiten erst einmal über mich ergehen lassen.

Die anderen anwesenden Clubrepräsentanten hinterfragten den Ablauf der Veranstaltung immer und immer wieder, da man wohl selber nicht glauben wollte, was einem da aufgetischt wurde.

Nach ca. 15 Minuten der Diskussion nahm ich das Kritikerzepter wieder zur Hand, wiederholte nochmals die Fakten und gab den anwesenden Verantwortlichen von Ford zu verstehen, dass dieses Konzept doch „wohl nicht erst genommen werden könnte“. Ich glaube in Wirklichkeit hatte ich eine andere Wortwahl getroffen, doch meine Erziehung erlaubt es nicht diese hier zu wiederholen.

Ich war auch der erste, der zu verstehen gab, dass er dieses Konzept seinen Mitgliedern erst gar nicht vorstellen würde, denn dies war kein Konzept, sondern eine Blamage für Ford. Jede Hinterhofwerkstatt würde niemals sein Jubiläum feiern und dabei seine Kunden ausschliessen, denn jeder der einen Ford fährt, ob alt oder neu, war oder ist Kunde von Ford.

Die, gelinde gesagt, grösste Schweinerei an dieser Sache ist eigentlich, dass der schwarze Peter auf jedem Fall bei den Clubs liegt: Versagen wir Ford unsere Unterstützung, so wird man von Ford den Clubs nachsagen:“ WIR HABEN DENEN EINE CHANCE GEGEBEN, DOCH DIE CLUBS HABEN DIESE NICHT WAHRGENOMMEN“. Nehmen wir teil, so haben wir uns von Ford unterbuttern lassen.

Zum Glück war ich mit meinem Standpunkt nicht alleine und auch andere führende Ford-Oldtimer Clubs sagten, dass man in der Vergangenheit ohne Ford ausgekommen ist und dies notfalls auch in Zukunft weiterhin so sein kann.

Wir gaben der „Fordlern“ unseren Änderungskatalog mit auf den Weg, was alles an diesem Konzept geändert werden müsste, damit diese Veranstaltung wenigstens einigermassen annehmbar gewesen wäre ( kostenfrei für die Teilnehmer, Security Service wird gestellt, Hotelzimmer für die Teilnehmer, die nicht mehr in Zelte kriechen können, denn manch ein Oldie-Besitzer ist genau so alt wie sein Ford T Modell von 1925). Doch an dem Konzept der elitären Teilnahme von 175 Fahrzeugen hätte auch dies nichts geändert. Doch was hätten die andern 17.582 Ford-Fahrer und Mitglieder in den Ford-Clubs getan ??? Wo ist die Geburtstagsfeier für diese Leute ???

Dazu bekamen wir keine Antwort.

Armutszeugnis Nummer ??? ( ich habe aufgehört zu zählen )

Die anwesenden Clubrepräsentanten hatten natürlich auf eine eigene Veranstaltung gehofft und eins sei ganz klar:

Wenn Ford zum ersten Mal offiziell zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen hätte, hätte man eine eigene Veranstaltung auf dem Nürburgring machen können und eine Teilnehmerzahl von 20.000 Ford-Autos halte ich in diesem Zusammenhang für nicht übertrieben.

Hier zeigt sich ganz klar das fehlende Wissen der Fordler, was die Clubs sich wünschen würden und was sie bereit gewesen wären dafür zu tun.

Hier zeigt sich aber auch ganz klar, dass eine Doktrin von Ford nach so viel Jahren der Ablehnung gegen die Clubs auch scheitern kann.

 

Nachdem ich 14 Tage nach diesem Workshop, also dem eigentlichen Termin für die Zusage der Clubs, immer noch keine schriftlichen Informationen zu der o.a. Veranstaltung von der Werbeagentur erhalten hatte, habe ich die Unterstützung unseres Clubs abgesagt.

Inzwischen ist man bei Ford wohl so weit, dass das alte Konzept mit folgenden Änderungen durchgezogen wird:

Kostenfrei & Security Service wird gestellt.

Die Sache mit dem Zelt und dem Übernachten bleibt bestehen.

Baujahrsgrenze jetzt schon bei 1980

Zustand der Fahrzeuge solle 1-2 sein und man muss sich mit Foto anmelden.

Stellt sich mir hier die Frage, wer sich bei FORD anmassen will die Oldtimer nach Fotos zu bewerten ( wissen die eigentlich was Zustand 1 bedeutet ) und welche Fahrzeuge Ford selber in welchem Zustand ( 1 ??? ) hinzusteuern kann, da ja Ford in Deutschland es niemals für notwendig empfunden hat, ein eigenes Werksmuseum aufzubauen, so wie es bei den anderen, nicht nur deutschen Automobilkonzernen selbstverständlich war.

 

Die Verantwortlichen bei Ford werden sicherlich die Veranstaltung mit unseren Änderungen als Ihr Werk verkaufen und den schwarzen Peter zuschieben. Wer etwas anderes erwartet hätte, muss die Marke seine Oldies wechseln, denn bislang konnte ich die Tugend der Einsicht bei meiner Zusammenarbeit mit Ford dort nicht erkennen.

 

Mein persönliches Resümee:

Sollte Ford jemanden suchen, der all die Kritik, die von aussen in den letzten Jahren herangetragen wurde, aufgreift und umsetzt so wäre ich ab einer 6-stelligen Bezahlung dafür bereit. Doch eins ist klar: eine Werbeagentur, die zwei Tage pro Woche für diese Problemlösung einkalkuliert hat, wird niemals auf einen grünen Zweig kommen.

 

Mein Resümee als Clubvorsitzender:

15 Jahre haben wir uns alles selber erarbeitet; auch ohne die Unterstützung von Ford; und bevor ich unseren Club zum Spielball von Schlipsträgern und Schreibtischhengsten machen lasse, bleiben wir cool und sagen: Es ging vorher ohne und dann geht es nachher auch ohne ...

FORD, denn die müssen was tun.

1st. MUSTANG CLUB OF GERMANY e.V.-Kaute 6-57072 Siegen 

FORD WERKE KÖLN /

Basche & Partner  

z.H. Frau Schulz

Siegen, im Februar 2000

FORD-CLUB WORKSHOP vom 29.01.2000 in Kirchheim / 75 Jahre FORD-Jubiläumsfeier am Nürburgring  

Sehr geehrte Frau Schulz,  

hiermit möchte ich Sie darüber informieren, dass unser Club NICHT an der 75 Jahre Jubiläumsfeier der FORD Werke AG – Deutschland anlässlich des 24 Stunden-Rennens am Nürburgring vom 22.-25.06.2000 teilnehmen wird.  

Die Gründe hierfür liegen, kurz zusammengefasst, in der Vorgehensweise der Ford Werke AG wie über die Köpfe der Clubs hinweg eine Teilnahme dieser Clubs an der o.a. Veranstaltung vorausgesetzt und vorweggenommen wurde und das fehlende Engagement der FORD Werke auf der diesjährigen Techno Classica in Essen; und dies obwohl die führenden Ford-Oldtimerclubs  innerhalb von kürzester Zeit für die FORD-Werke auf der Techno Classica 1999 einen sicherlich repräsentativen Gemeinschaftsstand zusammengestellt hatten. Letzteres ist ein Affront gegen die ehrenamtliche Arbeit aller Ford-Clubs, die trotz fehlender Anerkennung der FORD-Werke Köln an dieser Automarke festhalten.  

Des weiteren ist die fehlende Informationspolitik nicht zu entschuldigen, denn bereits am 2. Advent 1999, dem Wochenende der Weihnachtsfeier der FORD-Händler in Düsseldorf, wurde diese Veranstaltung den dort anwesenden FORD-Händlern vorgestellt, den Clubs jedoch erst rund 7 Wochen später; mit einer vorgegebenen Reaktionszeit für die Clubs von nur 2 Wochen.

Hinzu kommt nun noch, dass seit letzter Woche bereits eine Informationsbroschüre zu dieser Veranstaltung erhältlich ist, ohne dass in irgendeiner Art und Weise auf die, anlässlich des o.a. Workshops geäußerten Bedenken der dort anwesenden Clubs eingegangen wurde.  

Im Endeffekt warte ich heute noch auf eine schriftliche Vorstellung bzw. Vorgehensweise oder Programmübersicht der o.a. Veranstaltung durch die Ford Werke AG.  

Eine detaillierte Darstellung des Sachverhaltes aus meiner Sicht können Sie unserer nächsten Clubzeitung entnehmen.

 

Mit freundlichen Grüssen

Ralf Martin Wurm
1. Vorsitzender  

 

FORD KONTRA FORD

Seit einiger Zeit sind wir mit FORD USA in Kontakt. Leider hatten die Amis einen Besuch in Deutschland sehr kurzfristig und genau zu meiner Urlaubszeit angekündigt, so dass ich die Jungs von “drüben“ nicht selber treffen konnte. Tenor des Kontaktes ist auf jedem Fall, dass FORD-USA an FORD-Deutschland und FORD-Europa vorbei den Markt für den neuen Mustang in Europa abklopfen will. Aus diesem Grunde hat man einen .....FRAGEBOGEN... ausgearbeitet, den Ihr beiliegend findet. Alle die der englischen Sprache mächtig sind, bitte ich eindringlich dieses Fragebogen auszufüllen und wieder abzusenden. Ihr müsst KEINE Briefmarke aufkleben. Einfach nur in den Briefkasten werfen.

Nehmt die Sache ernst, denn eins ist klar: Wir können eher von FORD-USA etwas erwarten als von FORD Deutschland oder FORD-Europa.

Die Fordler haben noch super Poster beigelegt, die ich dann ab August auf den verschiedenen Treffen austeilen werde, denn dann müsste eigentlich mein Shelby wieder Gummi geben können.... nach drei Jahren endlich wieder.

 

( Wochen später )

Da war also noch die Sache mit den FORD-USA Fragebögen ( Übersetzung in dieser Zeitung; bitte nun alle Eure Fragebögen ausfüllen und nach FORD senden ). Doch so einfach wie das Wolfgang in seinem Vorwort beschrieben hat war alles doch nicht so. Nach etlichem Hick-Hack und einer Ankündigung, dass sich Fordler aus der USA sich mit mir treffen wollen (Benachrichtigung 14 Tage vorher; mitten im Urlaub, habe mich nicht  mit ihnen treffen können ... ), kam ein Paket aus den USA per DHL an. Wer die Amerikaner kennt, kennt deren Ignoranz gegenüber dem Rest der Welt und so lag diesem Paket mit Fragebögen und Postern eine „COMMERCIAL INVOICE“, eine kommerzielle Rechnung bei. Bei mir machte es schon pling-plang und 4 Wochen später bekam ich die Aufforderung für dieses Paket DM 400,-- Zoll zu zahlen.

Daraufhin habe ich alle europäischen Mustang-Clubs angeschrieben und siehe da, überall das gleiche:

Die Holländer sollten sogar US$ 500,-- Zoll für dieses Paket von FORD USA bezahlen. Also, wir sollten Geld für eine Dienstleistung geben, die unsere Clubs für FORD-USA leisten würden.

Nach weiterem Hick-Hack und der Androhung, dass wir (die europ. Mustang Clubs) die Fragebögen einstampfen lassen würden, erhielten wir nach 3 Monaten unser Geld ...

Dann kamen auch noch die versprochenen zwei Mustang-Modelle; als Dankeschön für die Arbeit der Vorstände in Bezug auf die Fragebögen. Es waren einfache MIRA-Modelle ( aus Frust habe ich gleich eines meinem 3-jährigen Sohn zur unmittelbaren Zerstörung gegeben ) und dem DHL-Paket lag .... (wer hätte es anders vermutet) eine „COMMERCIAL INVOICE“ bei, so dass ich später nochmals DM 30,-- an Zoll für die Modelle bezahlen konnte ( Preis in Deutschland für ein MIRA-Modell ca. DM 33,-- bis DM 36,-- )

Mein Resümee: Ford bleibt Ford; egal ob Deutschland oder USA.  

 

Ach ja, FORD Deutschland.

Hätte ich nicht die Ford-Medien erhalten (SPEED und Ford-Aktuell), so hätte ich recht wenig über die unglaubliche 75 Jahr-Feier am Nürburgring erfahren. Im Fernsehen habe ich einen ca. 90 Sekunden-Bericht in DSF gesehen; das war's auch schon.

Da FORD seine Lager leer bekommen wollte erhielt jeder deutsche Club Modellautos. Diese und auch den Karton vom Thunderbird Club Deutschland haben wir am Mustang-Meeting an Kinder verschenkt.

Dann kamen noch die tollen Poster mit 75 Jahre Ford-Modelle in Deutschland. Natürlich fehlte der Mustang und somit freute sich der Kindergarten meines zuvor schon erwähnten „Zerstörers“ über tolles Malpapier. Ja, wenn man die Autos ausgeschnippelt hat, einen Würfel nimmt, konnte man sogar tolle Unfall-Spiele machen...

Dann bekamen wir noch Fahnen, Wimpel und Aufkleber in allen Grössen; alles mit der FORD-Pflaume. Leider haben die Verantwortlichen, die uns all dies zugeschickt haben, vergessen, dass noch im letzten Jahr FORD-Clubs freundliche Post von der Ford-Rechtsabteilung bekommen haben und unter Androhung einer Strafanzeige mit DM 50.000,-- Strafandrohung darauf hingewiesen wurde, dass das FORD-LOGO nicht ohne Genehmigung benutzt werden darf und diese Genehmigung aber NICHT erteilt wird.

Somit haben auch diese Artikel nur einen Sinn und Zweck: Staubfänger beim Präsi.  

 

( Wochen später )

Neues und das Letzte zum Thema FORD:

Seit der letzten Clubzeitung ist in dieser Sache zwar quantitiv nicht viel passiert, doch um so mehr qualitativ.

Nachdem sich unser Club im  Jahre 1999 FORD z.B. bei der Techno Classica angeschlossen hatte und wir auch entsprechende Vorschläge zum Clubservice und zum 75 jährigen Geburtstag von FORD im Jahre 2000 unterbreitet hatten und auch an einem Gemeinschaftsstand der Ford-Clubs ohne Werksunterstützung bei der Techno 2000 teilgenommen hatte, wir uns somit in diesem Bereich engagiert und auch kritisch  gezeigt hatten, flatterte mir Anfang Januar ein Fax in die Wohnung mit den Ergebnissen eines Workshops des FORD-Clubservice, zu dem Anfang Dezember Ford-Clubs eingeladen worden sind; unser Club und auch andere Oldtimer-Clubs, die sich zuvor engagiert hatten ( OSI & Alt-Ford-Freunde) jedoch nicht.

Auf Anfrage warum diesem so war bekam ich die Antwort, dass man mal andere und weniger Clubs zu diesem Workshop einladen wollte, um auch zu Ergebnissen zu kommen.

Für mich heisst dies auf gut Deutsch:

Zu viele Köche verderben den eigenen Brei, auch wenn dieser schon versalzen ist. Zwar wurde diese Absicht vom Clubservice dementiert, aber ein Schelm, wer anderes erwartet hätte...

 

Mein Resümee:

Seit bestehen unseres Clubs; seit 15 Jahren haben wir nun den dritten Anlauf unternommen mit FORD-Köln zusammenzukommen. Doch auch nun muss ich wieder feststellen, dass man bei FORD bei weitem noch nicht bereit ist die Clubs und Ihre Arbeit ernst zu nehmen und anzuerkennen.

Aus diesem Grunde schlage ich einen geordneten Rückzug vor und wir besinnen uns auf unsere Ergebnisse, Erfahrungen und Erfolge aus 16 Jahren Clubdaseins und lassen FORD einfach fortfahren...

Ralf Wurm

 

P.S.

Da gab es ja ein „tolles“ Poster zum 75jährigen Jubiläum. Alle nur denkbaren FORD-Modelle waren dort abgelichtet. Darunter auch der komplett in den USA hergestellte und in Deutschland lediglich vertriebene neuzeitliche COUGAR. Ein Versehen dachte ich, doch auch in der offiziellen FORD-Pressemappe zum Jubiläum fehlt jeglicher Hinweis auf den FORD-MUSTANG, der in Köln und Antwerpen sogar endmontiert und für den deutschen Markt als „T5“ umgebaut wurde.

Schwache Leistung, meine Herren von der FORD-Presseabteilung ...

RW

   

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